Phonest – deutsches Startup will mit transparenten Smartphone punkten

5. August 2016 | von | in Magazin

PhonestDer Smartphone Markt ist derzeit fest unter den großen Anbietern wie Samsung oder Apple verteilt und Deutschland spielt dabei keine große Rolle. Im Gegensatz zu unseren Handy Flatrate Tarifen ist im Bereich der Hardware nur wenig Bewegung drin und neue Anbieter kommen eher selten nach. Nach dem Ende der Siemens-Smartphone-Sparte gibt es fast keine Anbieter aus Deutschland mehr, die sich in diesen Bereich wagen. Eine Ausnahme bildet dabei Gigaset. Das Unternehmen kennt man in erster Linie aus dem Bereich der Festnetz-Telefone und man hat seit Ende 2015 auch eigene Smartphones auf den Markt gebracht, denen bisher der große Erfolg aber versagt geblieben ist.

Es gibt aber durchaus Hoffnung, denn zumindest bei den Ideen sind auch deutsche Anbieter und Hersteller auf einen interessanten Weg. So berichtet beispielsweise thib24.de über ein Thüringer Startup-Unternehmen, dass sich mit dem großen der Branche anlegen will und dafür auch schon ein interessantes Konzept für ein neues Smartphone hat: die Geräte sollen fast vollständig transparent sein und setzen bei der Herstellung daher in erster Linie auf durchsichtige Materialien. Mitten im Herzen von Deutschland wird also aktuell ein Smartphone entwickelt, das den Markt verändern könnte.

Marktstart bereits Anfang 2017

Das neue Gerät soll dabei phonest heißen. Der Name selbst klingt dabei noch nicht sehr sexy aber das phonest-Smartphone soll in erster Linie durch sein Äußeres überzeugen. Geplant sind derzeit 5.000 Modelle die Anfang 2017 auf den Markt gebracht werden sollen. Die Planungen sind also bereits sehr weit fortgeschritten und wenn es nach dem Zeitplan des Unternehmens hinter Phonest geht, sind die ersten Geräte in wenigen Monaten erhältlich.

Transparenz fehlt bisher auf dem Markt

Der Ansatz ist dabei durchaus erfolgversprechend, denn bisher gibt es im Smartphone Bereich keine Modelle, die auf Transparenz setzen. Die Top-Modelle arbeiten in der Regel mit einer Kombination aus Metall und Glas – durchsichtige Smartphones sind da kaum möglich.

Es gab bereits vor mehreren Jahren zwar entsprechende Konzepte und Ideen, allerdings haben diese nie die Marktreife erreicht und wurden nur auf Messen ausgestellt. Nach dem Ende der Messe verschwanden diese Ansätze dann ganz schnell wieder in den Schubladen der Anbieter. Ein gutes Beispiel dafür ist Samsung. Das Unternehmen hat bereits im Jahr 2013 ein transparentes Handy patentieren lassen, das eine Art Hybrid-Lösung darstellt. Das Display war dabei transparent, die andere Seite des Handys mit der Technik dagegen undurchsichtig. Auch andere Anbieter haben an einem ähnlichen Konzept gearbeitet, wie man in diesem Video sehen kann:

Allerdings hat es keines der Geräte geschafft, die Marktreife zu erreichen und auch die Patente von Samsung gibt es bisher nur auf dem Papier.

Es gibt also durchaus ein Marktsegment, in dem ein transparentes Handy seine Kunden finden könnte, auch wenn sich bisher (aufgrund der fehlenden technischen Daten von Phonest) kaum abschätzen lässt, wie gut oder schlecht das Gerät auf dem Markt ankommen wird.

Anbieter agieren derzeit eher konservativ

Ein weiterer Punkt, der für das neue Startup sprechen könnte ist die geringe Risikobereitschaft, die Apple, Samsung oder auch LG bei ihren Topmodellen zeigen.

Apple arbeitet – mit kleineren Änderungen – bereits seit dem ersten iPhone mit einem sehr ähnlichen Design ohne sich auf größere Experimente einzulassen.

Bei Samsung hat man die Einführung von Metallbodys in 2015 zuerst an der Galaxy-A Klasse getestet und sie erst dann bei den Galaxy S-Topmodellen eingeführt. Die Angst ist groß, mit einer falschen Designentscheidung sich die aktuellen Modelle mit den höchsten Gewinnen kaputt zu machen.

Selbst wenn es also eine marktreife Technik für transparente Smartphones gäbe, wird es sicher noch einige Zeit dauern, bis die großen Hersteller darauf setzen. Das ist eine Zeitspanne, die ein Startup durchaus nutzen kann, um sich am Markt zu positionieren.

Die Risiken sind aber natürlich auch vorhanden

Das transparente Phonest Phone soll Anfang 2017 auf den Markt kommen und bereits diese ungenaue Zeitangabe macht klar, dass es durchaus noch Verzögerungen geben kann. Startups kämpfen oft mit unvorhergesehenen Problemen, wie die Zertifizierung von bestimmten Komponenten oder Lücken in der Lieferkette. Falls nicht alles klappt, kann es durchaus auch Mitte 2017 werden, bis die Geräte verfügbar sein werden.

Dazu hält sich das Startup bisher mit den technischen Daten und insbesondere mit den Angaben zum Preis noch sehr zurück. Die entsprechenden Details sollen erst am 11. August bekannt gegeben werden. Dann wird hoffentlich auch fest stehen, zu welchem Preis man die Gerät wird erwerben können. Das ist ein wichtiger Faktor, denn sicher hätten viele Nutzer gerne ein transparentes Gerät, aber wahrscheinlich sind nur wenige bereits dafür hohe dreistellige oder sogar vierstellige Summen zu zahlen.

Der Preis wird viel darüber aussagen, wie massentauglich das Handy sein wird und ob man auf dem Markt tatsächlich erfolgreich werden könnte oder aber ob das neue phonest-Smartphone in erster Linie ein Nischenprodukt bleibt.

Der Ansatz für ein neues durchsichtiges Smartphone ist auf jeden Fall interessant, bleibt abzuwarten ob das Unternehmen die Versprechungen dazu auch wird umsetzen können.

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