D-Netz Qualität – Darum geht es & diese Anbieter haben Sie!

9. November 2018 | von | in Ratgeber

Viele Mobilfunkanbieter werben offensiv mit Tarifen in „D-Netz-Qualität“ und möchten damit verdeutlichen, dass der Kunde sich auf ein besonders zuverlässiges und gut ausgebautes Netz verlassen kann. Doch was genau steckt hinter dem Begriff „D-Netz“, welche anderen Netze gibt es und wo liegen die Unterschiede? Wir unternehmen eine kleine Reise in die Entwicklung des Mobilfunks und geben einen Überblick über die Vorteile der verschiedenen Netze.

Was ist ein D-Netz?

Die D-Netze waren die ersten digitalen Mobilfunknetze in Deutschland. Sie sind bis heute in Betrieb. Der Buchstabe D steht jedoch nicht für „digital“, sondern leitet sich daraus ab, dass die verschiedenen Netzgenerationen einfach alphabetisch durchnummeriert wurden. Diese Namensgebung spiegelt die Geschichte des Mobilfunks in Deutschland wieder. In Österreich gab es ebenfalls ein „D-Netz“, das allerdings noch auf einem analogen Standard basierte.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte

Die A- und B-Netze waren teilweise noch manuell vermittelt und erlaubten nur eine stark begrenzte Teilnehmerzahl. Die zugehörigen Endgeräte waren vorwiegend als fest eingebaute Autotelefone erhältlich. Tragbare Telefone für das B-Netz hatten die Form großer Koffer und wogen mehrere Kilogramm. Für das 1984 in Betrieb genommene C-Netz kamen auch echte Mobiltelefone auf den Markt, die zu Recht als „Handy“ bezeichnet werden konnten. Allerdings waren diese Geräte noch immer groß, schwer und unhandlich, was einigen Modellen den Spitznamen „Backstein“ einbrachte.

Der Sprung zum digitalen Netz

Wirklich massentauglich wurde der Mobilfunk mit dem Start der digitalen D-Netze. Im Jahr 1991 wurden gleich zwei Netze dieser neuen Generation in Betrieb genommen: D1-Telekom und D2-Mannesmann. Hiermit setzte erstmals Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ein. Während die bisherigen Netze ausschließlich von der Bundespost, später Telekom, betrieben worden waren, konnte der Kunde nun unter mehreren Anbietern auswählen. Mannesmann mit dem D2-Netz wurde später von Vodafone übernommen.

Im Vergleich zu den alten analogen Netzen überzeugten die D-Netze durch mehrere Pluspunkte. Durch die ständige Weiterentwicklung konnten Mobiltelefone immer kleiner und kostengünstiger gebaut werden. Auch die Sprachqualität verbesserte sich deutlich und die Netze wurden schnell ausgebaut. Fallende Minutenpreise trugen zum endgültigen Durchbruch des Mobilfunks bei.

Die D-Netze basieren auf dem internationalen GSM-Standard, womit die weitreichende Möglichkeit geschaffen wurde, das eigene Mobiltelefon auch auf Auslandsreisen nutzen zu können. Vorher war dies nur begrenzt möglich, da viele Geräte und Tarife auf ein bestimmtes Netz ausgelegt waren und im Ausland schlicht und einfach nicht funktionierten. Dies änderte sich, als in zahlreichen Ländern GSM-Netze aufgebaut wurden und die Anbieter spezielle Roaming-Abkommen untereinander abschlossen, um ihren Kunden die gegenseitige Nutzung im jeweiligen Partnernetz zu ermöglichen.

Unterschiede zum E-Netz

Rein technisch betrachtet gibt es nur wenige Unterschiede zwischen einem D-Netz und einem E-Netz. Auch bei den E-Netzen handelt es sich um GSM-Netze. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Frequenz, auf der die Netze funken. Ein D-Netz arbeitet mit Frequenzen um 900 MHz, während in einem E-Netz Frequenzen um 1.800 MHz zum Einsatz kommen. Davon abgesehen sind nahezu alle Eigenschaften identisch und der Kunde merkt keinen Unterschied, ob er in einem D-Netz oder einem E-Netz telefoniert. Das E-Netz ist damit keine neue Mobilfunkgeneration, sondern erhielt seinen Namen eher aus der Tradition heraus, neue Netze fortlaufend zu nummerieren.

Einige Quellen geben an, dass E-Netze aufgrund ihrer höheren Sendefrequenz eine bessere Sprachqualität bieten. Hierbei handelt es sich um eine „urban legend“, die allerdings einen realen Hintergrund hat. Höhere Frequenzen haben eine geringere Reichweite, so dass die Basisstationen näher beieinander liegen müssen, um eine lückenlose Funkversorgung zu ermöglichen. Die geringere Entfernung zwischen Basisstation und Mobiltelefon kann in einigen Fällen zu einer besseren Empfangsqualität führen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Sendefrequenz und Sprachqualität besteht jedoch nicht.

Die nächsten Generationen: UMTS und LTE

Mit der Zeit stieg der Bedarf, nicht nur mobil zu telefonieren, sondern auch das Internet unterwegs nutzen zu können. Dies war in den bisherigen GSM-Netzen nur rudimentär möglich, so dass eine neue Mobilfunkgeneration erforderlich wurde. Mit dem bisherigen Schema der Namensgebung wurde gebrochen und das neue Netz wurde nicht „F-Netz“, sondern „UMTS“ oder auch „3G“ getauft.

Der Nachfolger von UMTS ist „LTE“ oder „4G“. Während die GSM-Netze vorwiegend auf Telefonie ausgerichtet waren und UMTS oft als eine Art Zwischenschritt angesehen wird, ist LTE speziell für die schnelle mobile Datenübertragung konzipiert und stellt somit den nächsten Quantensprung dar. LTE-Netze sind reine Datennetze und räumen mit vielen Altlasten und technischen Nachteilen auf. Aus Sicht der Netzbetreiber ist LTE sehr effektiv und dadurch vergleichsweise kostengünstig zu betreiben.

Konkrete Vorteile von LTE für Mobilfunkkunden sind:

  • sehr schnelle Übertragungsraten
  • besonders flotter Seitenaufbau bei mobiler Internetnutzung
  • außerordentlich hohe Sprachqualität durch bessere Bandbreite

Beim Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags ist es empfehlenswert, darauf zu achten, dass die Nutzung von LTE im Tarif inbegriffen ist. GSM ist zwar zum Telefonieren ausreichend und für die gelegentliche Internutzung genügt auch UMTS, jedoch sind diese älteren Netze vergleichsweise ineffektiv und vielen zukünftigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Welche Vorteile hat ein Tarif im D-Netz?

Die E-Netze hatten anfangs kein gutes Image, da deren Funkversorgung zunächst lückenhaft war und die Netze vielerorts nur in Ballungsräumen zur Verfügung standen. In dieser Zeit begannen viele Anbieter damit, das „D-Netz“ als Qualitätsmerkmal zu bewerben, was sich bis heute gehalten hat. Konkret bedeutet dies damals wie heute, dass der Kunde einen Tarif erhält, der entweder im Telekom- oder im Vodafone-Netz realisiert wird. Nicht zu verkennen ist, dass beide Netze in unabhängigen Tests oft sehr gut abschneiden. Insofern kann ein solcher Tarif durchaus eine hohe Netzqualität ermöglichen, obwohl die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „D-Netz“ aus der Anfangszeit des Mobilfunks stammt und ein „E-Netz“ rein grundsätzlich betrachtet vollkommen gleichwertig ist.

Fazit

In technischer Hinsicht ist die Bezeichnung „D-Netz“ spätestens seit dem Aufkommen von LTE überholt. Alle deutschen Mobilfunkanbieter betreiben mittlerweile ein LTE-Netz und der Begriff „D-Netz“ wird vorwiegend als Marketing-Instrument genutzt. In allen Netzen kann die Empfangsstärke regionalen Schwankungen unterworfen sein, so dass die konkrete Netzqualität immer vom Einzelfall abhängt. In jedem Fall empfiehlt es sich, vor Abschluss eines Mobilfunkvertrags immer im Kleingedruckten nachzulesen, in welchem Netz der jeweilige Tarif umgesetzt wird.

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